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Better Cotton Initiative

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
Better Cotton Initiative

Über Better Cotton Initiative

Die Better Cotton Initiative (BCI) wurde 2009 mit Unterstützung von Unternehmen wie H&M, adidas, IKEA oder Gap sowie NROs wie dem World Wide Fund For Nature (WWF) oder Oxfam gegründet. Es handelt sich um eine Multi-Stakeholder-Initiative, der mittlerweile etwa 900 Mitglieder beigetreten sind. Ziel ist v. a., die Umwelt- und Arbeitsbedingungen bei der Baumwollproduktion zu verbessern. 12 % der globalen Baumwollproduktion werden durch die BCI zertifiziert.

Kategorie: Kleidung

Wertschöpfungskette: Rohstoffgewinnung

Bewertung von Better Cotton Initiative

Die BCI betrachtet nur die Baumwollproduktion und stellt keine Anforderung an die Weiterverarbeitung des Rohstoffs. Die Baumwollproduktion gemäß den BCI-Standards stellt eine Verbesserung zum konventionellen Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau, genmanipuliertes Saatgut ist erlaubt. Es fehlen außerdem Kriterien zu existenzsichernden Löhnen/Einkommen, auch Preisaufschläge oder Preisprämien müssen für die BCI-Baumwolle nicht gezahlt werden. Die Glaubwürdigkeit ist mittelmäßig: Die Struktur ist öffentlich, verschiedene Interessengruppen sind in Entscheidungen involviert und die Umsetzung des Standards wird durch unabhängige Dritte geprüft. Die Nutzung des Labels am Endprodukt kann für Konsument*innen jedoch verwirrend sein, da im Produkt nicht zwingend zertifizierte Baumwolle steckt. BCI braucht zudem Ausbauziele für Baumwolle aus dem Fairen Handel und dem ökologischen Landbau, damit diese höheren Standards nicht zugunsten von BCI zurückgedrängt werden. Durch das Better-Cotton-Tracer-System kann der Warenfluss entlang der Lieferkette nachvollzogen werden. Das Label am Endprodukt bezieht sich nicht auf den Anteil an zertifizierter Baumwolle im Produkt, sondern informiert über die Teilnahme des Unternehmens an der BCI.

Soziales

Soziales
  • Es gibt Schulungen zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Es werden keine verantwortungsvollen Einkaufspraktiken, keine Mindestpreise, Preisprämien oder Preisgarantien gefordert.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard empfiehlt den Schutz bestehender natürlicher Ökosysteme, ihre nachhaltige Nutzung und Maßnahmen zu deren Revitalisierung.
  • Der Standard fordert keine Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen klimarelevanter Treibhausgase.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes, die auf ökologischen Prinzipien basieren und den Einsatz physischer, mechanischer und biologischer Schädlingsbekämpfung gegenüber dem Einsatz von Pestiziden priorisieren.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise ein Verbot von Pestiziden, die auf der Internationalen Liste der hochgefährlichen Pestizide von PAN aufgeführt sind. Erlaubt sind z.B. die Verwendung von Fipronil oder Sulfluramid.
  • Der Standard legt keine Einschränkungen für die Verwendung von GVOs in der Lieferkette fest.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Es gibt finanzielle Unterstützung und Beratung für die Umsetzung der Richtlinien.
  • Audits werden von einer unabhängigen, vom System akkreditierten Stelle durchgeführt.
  • Vertrauliche Interviews mit Arbeiter*innen und Konsultationen mit Interessenvertreter*innen sind ein Bestandteil im Prüfprozess.
  • Es gibt eine Rückverfolgung, aber nur für einzelne Stufen in der Lieferkette.
Farbschema: