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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2024/20225):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
dm

Über dm

dm wurde 1973 von Götz Werner in Karlsruhe gegründet und ist mit rund 4.100 Filialen und etwa 90.000 Beschäftigten einer der größten Drogeriekonzerne weltweit. Das Sortiment umfasst ca. 1.000 Marken, darunter 31 Eigen- und vier Kooperationsmarken. 2023/24 erzielte dm europaweit rund 17,74 Milliarden Euro Umsatz, davon 12,47 Milliarden Euro in Deutschland. Online sind etwa 22.000 Artikel erhältlich, im Markt rund 14.000. dm versteht sich als Unternehmen, das wirtschaftliches Handeln mit sozialer Verantwortung verbindet. Nach jahrzehntelanger inoffizieller Marktaufteilung mit Rossmann, bei der dm v. a. im Süden aktiv war, setzt seit den 2000er-Jahren ein Verdrängungswettbewerb ein – dm expandiert verstärkt in den Norden.

Internetseite: https://www.dm.de

Kategorie: Unternehmen

Labeltyp:

Bewertung von dm

dm stellt im sozialen Bereich mittelmäßige Anforderungen: Existenzsichernde Einkommen/Löhne werden nicht gefordert, der Verhaltenskodex bleibt insgesamt wenig ambitioniert. Deutlich besser schneidet dm im Umweltbereich ab und verfolgt nachvollziehbare Ansätze zur Reduktion von Umweltbelastungen. Eine eigenständige, öffentlich zugängliche Strategie mit klaren Zielen zur Förderung einer Just Transition fehlt jedoch.

Soziales

Unternehmen Soziales
  • Das Unternehmen beschreibt konkrete Maßnahmen gegen moderne Sklaverei, verweist auf ILO 29 & 105 oder geltende Gesetze, führt Risikoanalysen durch und nennt Indikatoren. Die Wirksamkeit wird jedoch nicht regelmäßig ausgewertet oder veröffentlicht.
  • Das Unternehmen bekennt sich zu Vereinigungsfreiheit und dem Recht auf Kollektivverhandlungen. Es gibt einzelne Maßnahmen, Angaben zu Audits oder Verstößen bleiben unvollständig.
  • Das Unternehmen verweist lediglich auf die Einhaltung gesetzlicher Mindestlöhne, macht jedoch keine Angaben zu existenzsichernden Löhnen/ Einkommen, Berechnungsmethoden, Maßnahmen oder Monitoringinstrumenten in der Lieferkette.
  • Das Unternehmen fördert kurze Lieferketten und langfristige Lieferbeziehungen. Teilweise werden stabile Preise garantiert und Instrumente zur Preisermittlung genutzt. Die Maßnahmen sind nicht systematisch dokumentiert oder veröffentlicht.
  • Das Unternehmen erkennt soziale Risiken durch Klimawandel oder Transformation an und nennt erste Maßnahmen zur Abfederung. Es fehlen jedoch konkrete Entschädigungsregelungen oder transparente Dokumentation.
  • Das Unternehmen unterstützt Schulungen zu Arbeitsrechten und sozialen Anforderungen sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung im Kontext klimafreundlicher Transformationen (z. B. Weiterbildungs- oder Umschulungsangebote für betroffene Beschäftigte).

Ökologie

Unternehmen Ökologie
  • Das Unternehmen fordert konsequent den Ausschluss von GVO in der gesamten Lieferkette – sowohl bei direkt verarbeiteten Rohstoffen als auch im Tierfutter.
  • Das Unternehmen fördert aktiv die Diversifizierung und den Einsatz lokaler Arten und Produktionsweisen etwa durch Vorgaben, Programme oder gezielte Unterstützung in der Lieferkette. Die Umsetzung ist nachvollziehbar dokumentiert.
  • Es existieren allgemeine Anforderungen an wassersparende Praxis oder erste Projekte in einzelnen Lieferkettenabschnitten.
  • Das Unternehmen setzt regelmäßig Maßnahmen zur Förderung natürlicher Kohlenstoffsenken um, jedoch noch nicht vollständig strategisch verankert oder umfassend dokumentiert.
  • Das Unternehmen fördert systematisch die Abfallreduktion, Wiederverwertung und das Recycling sowie den Einsatz von Abwasseraufbereitungssystemen in der Lieferkette. Es benennt konkrete Maßnahmen und dokumentiert diese öffentlich.
  • Das Unternehmen setzt auf eine Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien, fördert aktiv die Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen und verlangt eine systematische Risikobewertung der Energie- und Ressourcenabhängigkeit.
  • Das Unternehmen schließt Chemikalien gemäß internationaler Gefahrenlisten (z. B. PAN, SIN) aus, hat sich zur Detox-Verpflichtung oder ähnlichen freiwilligen Regelungen bekannt und überprüft deren Einhaltung aktiv.

Glaub­würdigkeit

Unternehmen Glaubwürdigkeit
  • Das Unternehmen legt alle wesentlichen Struktur- und Geschäftskennzahlen offen.
  • Das Unternehmen nennt einzelne Maßnahmen zum Umgang mit Restbeständen und Retouren (z. B. Spenden oder Weiterverwertung), jedoch ohne systematische Steuerung und ohne Transparenz über Umfang und Kriterien beim Umgang mit Lagerüberhängen und Retouren.
  • Das Unternehmen verfolgt eine umfassende, umsetzungsorientierte Politik zu Menschenrechten und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette. Es beteiligt sich an relevanten MSI, äußert sich öffentlich, bietet einen hohen Anteil zertifizierter Produkte und setzt konkrete Initiativen um.
  • Das Unternehmen verfügt über einen unabhängigen und öffentlich zugänglichen Beschwerdemechanismus gemäß LkSG. Die Verfahren zu Korrekturmaßnahmen sind dokumentiert. Betroffene erhalten zusätzlich rechtliche Beratung oder Zugangshilfen.
  • Das Unternehmen legt offen, wie es Stakeholder (z. B. Zulieferer, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften) einbindet, die Auswirkungen seiner Klimastrategie bewertet und konkrete, lokal wirksame Maßnahmen und Anpassungen umsetzt.
  • Das Unternehmen verweist auf erste Prüfmaßnahmen oder Zertifizierungen in tieferliegenden Lieferkettenstufen, ohne jedoch konkrete Anteile, Kategorien oder Ergebnisse offenzulegen.
  • Das Unternehmen nutzt ein etabliertes Rückverfolgbarkeitssystem für zertifizierte Produkte, einschließlich Chain-of-Custody-Verfahren. QR-Codes oder ähnliche Mechanismen machen Herkunft und Zertifizierung für Verbraucher*innen nachvollziehbar.
  • Das Unternehmen äußert sich grundsätzlich zur sozialen Dimension des Klimawandels oder nennt erste Maßnahmen, etwa zur Qualifikation oder sozialen Verantwortung. Eine zusammenhängende, öffentlich zugängliche Strategie fehlt jedoch.
Farbschema: