Labels aus der Kategorie:

Lebensmittel Bekleidung

Labelchecker

Naturland fair

Zurück
Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
Naturland fair

Über Naturland fair

Naturland e. V. ist ein basisdemokratischer Bauernverband, der 1982 in Gräfelfing bei München gegründet wurde. Die Richtlinien von Naturland verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der nachhaltiges Wirtschaften, praktizierten Natur und Klimaschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie den Schutz der Verbraucher*innen umfasst. Die Betriebe müssen komplett nach den Richtlinien umgestellt werden. „Naturland Lebensmittel” beinhaltet die Regeln der EG-Ökoverordnung (EU-Bio) und geht über diese hinaus. Auch die Sozialstandards gelten für alle Mitglieder. Alle Naturland-Standards sind auf der Webseite einzusehen. Die freiwillige zusätzliche Zertifizierung „Naturland fair” zeichnet Produkte aus, die aus fair gehandelten Zutaten bestehen. Außerdem existieren im Lebensmittelbereich Standards zu Wildfisch und Aquakultur.

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von Naturland fair

Die ökologischen Kriterien gelten als Best-Practice im Bereich Lebensmittel. Bei Naturland sind die sozialen Kriterien etwas schlechter als bei Naturland fair. Positiv zu werten sind auch die Glaubwürdigkeit und die Weiterentwicklung der Kriterien in einem demokratischen Prozess, bei dem verschiedene Interessengruppen einbezogen werden. Naturland fördert den Aufbau von regionalen Märkten sowie die Differenzierung von Kulturen und landwirtschaftlichen Praktiken. Auf Produkten aus mehreren Zutaten ist der Anteil der fair gehandelten Inhaltsstoffe vermerkt. Rohwaren wie Tee, Kaffee oder Milch müssen zu 100% fair gehandelt sein. Naturland Textil: Mindestens 95% des Endproduktes muss aus Naturfasern bestehen.

Soziales

Soziales
  • Die Zahlung eines existenzsichernden Lohnes/Einkommen wird aktiv gefördert.
  • Die Richtlinien gelten für die Beschäftigung von Saisonarbeiter*innen und für Angestellte über Subunternehmen.
  • Lokale Akteur*innen wie Gewerkschaften werden nur unzureichend in das Beschwerdemanagement eingebunden.
  • Es gibt Schulungen zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz.
  • Verantwortungsvolle Einkaufspraktiken sind eine Voraussetzung im Standard und es gibt Maßnahmen zur Förderung der Implementierung/Umsetzung.
  • Der Standard befasst sich mit der Frage des lokalen Wissens und dessen Förderung. Kenntnisse zu Agroforstsystemen, zu Anbauverfahren wie regenerative Landwirtschaft und Permakultur werden berücksichtigt.
  • Der Standard enthält Kriterien für die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Praktiken, Vorfinanzierung, Prämien, Marktzugang und lokale Handelspraktiken für Kleinproduzent*innen und fördert die Umsetzung.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert den Schutz bestehender natürlicher Ökosysteme, ihre nachhaltige Nutzung sowie Maßnahmen zu deren Revitalisierung.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.
  • Der Standard fordert umfassende Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen klimarelevanter Treibhausgase.
  • Der Standard fordert Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes, die auf ökologischen Prinzipien basieren und den Einsatz physikalischer, mechanischer und biologischer Schädlingsbekämpfung gegenüber dem Einsatz von Pestiziden priorisieren.
  • Der Standard fordert das Verbot von Pestiziden, die auf der Internationalen Liste der hochgefährlichen Pestizide von PAN aufgeführt sind.
  • Der Standard schreibt Tiergerechtheitsmaßnahmen gemäß dem Prinzip der "Fünf Freiheiten" vor.
  • Der Standard schreibt vor, dass GVOs nicht angebaut, verarbeitet oder als Tierfutter verwendet werden dürfen.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard wird in einem öffentlichen Konsultationsverfahren unter Einbeziehung von unterschiedlichen Interessengruppen geregelt, aktualisiert und weiterentwickelt.
  • Zertifizierungs-/Prüfberichtesind öffentlich.
  • Es gibt finanzielle Unterstützung und Beratung für die Umsetzung der Richtlinien.
  • Den Unternehmen wird empfohlen in ihrer Lieferkette menschenrechtlichen Sorgfaltprüfung (Due Diligence) und systematische Risikobewertung durchzuführen.
  • Die Audits werden von einer unabhängigen, vom System akkreditierten Stelle durchgeführt und basieren auch auf Risikobewertungen.
  • Die Arbeitnehmer*innen werden als Teil des Prüfprozess obligatorisch vertraulich befragt, und externe Interessengruppen werden stets konsultiert.
  • Die gesamte Wertschöpfungskette des Endprodukts ist rückverfolgbar vom Anbau, über die Orte der Verarbeitung bis hin zum Verkauf.
Farbschema: