Labelchecker

Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2024/20225):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
GEPA

Über GEPA

Das Fair-Handels-Unternehmen Gepa wurde 1975 gegründet und ist heute Europas größtes Importunternehmen fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte. Gepa arbeitet mit 122 Handelspartner*innen in 45 Ländern zusammen und bietet etwa 300 Lebensmittelprodukte und 350 Handwerksprodukte an – davon rund 84 % in Bioqualität. Das Unternehmen ist Mitglied der WFTO. Gesellschafter*innen sind Organisationen der evangelischen und katholischen Kirche. Durch faire Preise – oft über die Fairtrade-Standards hinaus – und möglichst direkte, langfristige Partnerschaften unterstützt Gepa Kleinproduzent*innen im Globalen Süden und engagiert sich zudem in Bildungs-, Öffentlichkeits- und Politikarbeit, um zu nachhaltigem Konsum und zur Veränderung weltwirtschaftlicher Strukturen beizutragen.

Internetseite: https://www.gepa.de

Kategorie: Unternehmen

Labeltyp: Eigenmarken

Bewertung von GEPA

Gepa, bzw. die Eigenmarke Gepa fair +, stehen für hohe Glaubwürdigkeit durch direkte, transparente Wertschöpfungsketten. Als Unternehmen des Fairen Handels liegt der inhaltliche Fokus auf anspruchsvollen sozialen Kriterien: Gefördert werden u. a. die Entwicklung einer klaren Strategie für existenzsichernde Einkommen/Löhne sowie der Aufbau langfristiger Partnerschaften. Die Zertifizierungen von Fairtrade, Fair for life und Naturland Fair werden als Nachweise anerkannt. Zur Förderung ökologischer Aspekte setzt Gepa primär auf externe Zertifizierungen wie die EU-Öko-Verordnung (EU-Bio) oder Naturland.

Soziales

Unternehmen Soziales
  • Das Unternehmen hat eine klar dokumentierte Strategie zur Verhinderung moderner Sklaverei, bewertet Lieferkettenrisiken systematisch, positioniert sich deutlich zu gesetzlichen Anforderungen (z.B. LkSG) und nutzt KPIs zur Wirksamkeitsmessung. Die Ergebnisse werden intern genutzt oder punktuell veröffentlicht.
  • Das Unternehmen bekennt sich zu Vereinigungsfreiheit und dem Recht auf Kollektivverhandlungen. Der tariflich abgesicherte Beschäftigtenanteil wird veröffentlicht, Gewerkschaften punktuell in Audits eingebunden und Verstöße dokumentiert. Transparenz besteht teilweise.
  • Das Unternehmen hat eine öffentlich zugängliche Strategie zur Zahlung existenzsichernder Einkommen/Löhne in der Lieferkette. Es nennt transparente Berechnungsgrundlagen, überprüft die Umsetzung systematisch und veröffentlicht Fortschritte.
  • Das Unternehmen verfolgt eine strategisch verankerte Politik zur Zahlung kostendeckender Preise, pflegt langfristige Beziehungen zu Produzent*innen und setzt systematisch Methoden wie Preisuntergrenzen, ein. Fortschritte werden öffentlich dokumentiert.
  • Das Unternehmen beschreibt konkrete Maßnahmen zur Unterstützung von Beschäftigten im Kontext von Klimawandelfolgen oder Transformationsprozessen.

Ökologie

Unternehmen Ökologie
  • Das Unternehmen fördert Gentechnikfreiheit in Teilen der Lieferkette (z.B. bei pflanzlichen Lebensmitteln), verbietet jedoch nicht systematisch den Einsatz von GVO. Es bestehen freiwillige Ansätze, aber keine verbindlichen Regelungen.
  • Das Unternehmen fördert aktiv die Diversifizierung und den Einsatz lokaler Arten und Produktionsweisen etwa durch Vorgaben, Programme oder gezielte Unterstützung in der Lieferkette. Die Umsetzung ist nachvollziehbar dokumentiert.
  • Es existieren allgemeine Anforderungen an wassersparende Praxis oder erste Projekte in einzelnen Lieferkettenabschnitten.
  • Das Unternehmen erkennt den Wert natürlicher Kohlenstoffsenken an und beteiligt sich an einzelnen Projekten (z.B. Wiederaufforstung), jedoch ohne strategischen Rahmen oder regelmäßige Umsetzung.
  • Das Unternehmen fördert systematisch die Abfallreduktion, Wiederverwertung und das Recycling sowie den Einsatz von Abwasseraufbereitungssystemen in der Lieferkette. Es benennt konkrete Maßnahmen und dokumentiert diese öffentlich.
  • Das Unternehmen nennt zwar den Ausschluss bestimmter gefährlicher Substanzen, beruft sich aber auch auf Drittsiegel, ohne dabei explizit auf internationale Verbotslisten (z.B. PAN, SIN) oder formelle Selbstverpflichtungen Bezug zu nehmen.

Glaub­würdigkeit

Unternehmen Glaubwürdigkeit
  • Das Unternehmen legt alle wesentlichen Struktur- und Geschäftskennzahlen offen.
  • Das Unternehmen verfügt über ein dokumentiertes System zur Erfassung und Verwertung von Retouren und Restbeständen und legt transparent dar, welche Mengen auf diese Weise verwertet werden und welche Verfahren dabei zum Einsatz kommen.
  • Das Unternehmen verfolgt eine umfassende, umsetzungsorientierte Politik zu Menschenrechten und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette. Es beteiligt sich an relevanten MSI, äußert sich öffentlich, bietet einen hohen Anteil zertifizierter Produkte und setzt konkrete Initiativen um.
  • Das Unternehmen veröffentlicht verbindliche Kriterien für neue Lieferanten und Produktionsstätten einschließlich Sozial- und Umweltstandards, Zertifikate, Unterzeichnung eines Verhaltenskodex . Audits sind dokumentiert und öffentlich nachvollziehbar.
  • Das Unternehmen nennt erste Rückverfolgbarkeitsmaßnahmen oder Zertifizierungssysteme. Es bleibt jedoch unklar, wie umfassend diese eingesetzt werden oder welche Lieferkettenstufen konkret erfasst sind.
  • Das Unternehmen veröffentlicht eine Just-Transition-Strategie mit Maßnahmen zur sozialen Abfederung der Transformation, z. B. Sicherung von Arbeitsplätzen, partizipative Schulungen und regionale Anpassungen. Die Strategie ist öffentlich zugänglich.
Farbschema: