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Tchibo

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2024/20225):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
Tchibo

Über Tchibo

Tchibo wurde 1949 von Kaffeehändler Max Herz und Gewürzkaufmann Carl Tchilinghiryan in Hamburg gegründet. Bis heute ist das Unternehmen im Besitz der Familie Herz (über die maxingvest GmbH). In acht Ländern betreibt Tchibo rund 900 Shops, über 24.200 Depots im Einzelhandel sowie nationale Online-Shops. Das Unternehmen bietet neben Kaffee wöchentlich wechselnde Non-Food-Sortimente und Dienstleistungen wie Mobilfunk an. Tchibo erzielte 2023 mit international 10.708 Mitarbeitenden 3,2 Milliarden Euro Umsatz. Das Unternehmen ist Röstkaffee-Marktführer in Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn und gehört zu den führen den E-Commerce-Firmen in Europa.

Internetseite: https://www.tchibo.de

Kategorie: Unternehmen

Labeltyp:

Bewertung von Tchibo

Tchibo setzt wichtige soziale Standards und beteiligt sich an relevanten Initiativen, die Umsetzung zeigt jedoch Lücken. Gewerkschaftsrechte und existenzsichernde Einkommen/Löhne werden nicht nur benannt, sondern durch eigene Programme aktiv gefördert. Auch im Umweltbereich verfolgt das Unternehmen ambitionierte Ziele. Was bislang fehlt, ist eine strukturelle und umfassende Verankerung des Prinzips der Just Transition – insbesondere mit Blick auf soziale Absicherung und Mitbestimmung in ökologischen Transformationsprozessen.

Soziales

Unternehmen Soziales
  • Das Unternehmen hat eine klar dokumentierte Strategie zur Verhinderung moderner Sklaverei, bewertet Lieferkettenrisiken systematisch, positioniert sich deutlich zu gesetzlichen Anforderungen (z.B. LkSG) und nutzt KPIs zur Wirksamkeitsmessung. Die Ergebnisse werden intern genutzt oder punktuell veröffentlicht.
  • Das Unternehmen bekennt sich zu Vereinigungsfreiheit und dem Recht auf Tarifverhandlungen. Der tariflich abgesicherte Beschäftigtenanteil wird veröffentlicht, Gewerkschaften systematisch an Audits beteiligt und Informationen zu Verstößen inklusive Abhilfemaßnahmen regelmäßig veröffentlicht.
  • Das Unternehmen bekennt sich öffentlich zur Zahlung existenzsichernder Löhne/Einkommen, beteiligt sich an Pilotprojekten und berücksichtigt Arbeitskosten in der Einkaufspolitik. Maßnahmen werden dokumentiert, Fortschritte jedoch nicht veröffentlicht.
  • Das Unternehmen fördert kurze Lieferketten und langfristige Lieferbeziehungen. Teilweise werden stabile Preise garantiert und Instrumente zur Preisermittlung genutzt. Die Maßnahmen sind nicht systematisch dokumentiert oder veröffentlicht.
  • Das Unternehmen erkennt soziale Risiken durch Klimawandel oder Transformation an und nennt erste Maßnahmen zur Abfederung. Es fehlen jedoch konkrete Entschädigungsregelungen oder transparente Dokumentation.
  • Das Unternehmen nennt einzelne Maßnahmen zu Arbeitsrechten und sozialen Anforderungen sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung im Kontext klimafreundlicher Transformationen. Eine umfassende Strategie fehlt oder ist nicht dokumentiert.

Ökologie

Unternehmen Ökologie
  • Das Unternehmen fördert Gentechnikfreiheit in Teilen der Lieferkette (z.B. bei pflanzlichen Lebensmitteln), verbietet jedoch nicht systematisch den Einsatz von GVO. Es bestehen freiwillige Ansätze, aber keine verbindlichen Regelungen.
  • Das Unternehmen empfiehlt die Diversifizierung des Anbaus oder den Einsatz lokaler/traditioneller Praktiken, hat jedoch keine verbindlichen Anforderungen oder systematisch umgesetzten Maßnahmen.
  • Es existieren allgemeine Anforderungen an wassersparende Praxis oder erste Projekte in einzelnen Lieferkettenabschnitten.
  • Das Unternehmen setzt regelmäßig Maßnahmen zur Förderung natürlicher Kohlenstoffsenken um, jedoch noch nicht vollständig strategisch verankert oder umfassend dokumentiert.
  • Das Unternehmen fördert systematisch die Abfallreduktion, Wiederverwertung und das Recycling sowie den Einsatz von Abwasseraufbereitungssystemen in der Lieferkette. Es benennt konkrete Maßnahmen und dokumentiert diese öffentlich.
  • Das Unternehmen setzt auf eine Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien, fördert aktiv die Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen und verlangt eine systematische Risikobewertung der Energie- und Ressourcenabhängigkeit.
  • Das Unternehmen schließt Chemikalien gemäß internationaler Gefahrenlisten (z. B. PAN, SIN) aus, hat sich zur Detox-Verpflichtung oder ähnlichen freiwilligen Regelungen bekannt und überprüft deren Einhaltung aktiv.

Glaub­würdigkeit

Unternehmen Glaubwürdigkeit
  • Das Unternehmen legt alle wesentlichen Struktur- und Geschäftskennzahlen offen.
  • Das Unternehmen verfügt über ein dokumentiertes System zur Erfassung und Verwertung von Retouren und Restbeständen und legt transparent dar, welche Mengen auf diese Weise verwertet werden und welche Verfahren dabei zum Einsatz kommen.
  • Das Unternehmen verfolgt eine umfassende, umsetzungsorientierte Politik zu Menschenrechten und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette. Es beteiligt sich an relevanten MSI, äußert sich öffentlich, bietet einen hohen Anteil zertifizierter Produkte und setzt konkrete Initiativen um.
  • Das Unternehmen verfügt über einen unabhängigen und öffentlich zugänglichen Beschwerdemechanismus gemäß LkSG. Die Verfahren zu Korrekturmaßnahmen sind dokumentiert. Betroffene erhalten zusätzlich rechtliche Beratung oder Zugangshilfen.
  • Das Unternehmen legt offen, wie es Stakeholder (z. B. Zulieferer, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften) einbindet, die Auswirkungen seiner Klimastrategie bewertet und konkrete, lokal wirksame Maßnahmen und Anpassungen umsetzt.
  • Das Unternehmen nutzt ein etabliertes Rückverfolgbarkeitssystem für zertifizierte Produkte, einschließlich Chain-of-Custody-Verfahren. QR-Codes oder ähnliche Mechanismen machen Herkunft und Zertifizierung für Verbraucher*innen nachvollziehbar.
  • Das Unternehmen äußert sich grundsätzlich zur sozialen Dimension des Klimawandels oder nennt erste Maßnahmen, etwa zur Qualifikation oder sozialen Verantwortung. Eine zusammenhängende, öffentlich zugängliche Strategie fehlt jedoch.
  • Das Unternehmen dokumentiert einzelne Maßnahmen oder Strukturen zur Absicherung gegen Produktionsausfälle durch Klimakatastropgen oder andere externe Krisen. Ein systematischer oder öffentlich dokumentierter Vorsorgeansatz ist nicht erkennbar.
Farbschema: