Labelchecker

Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2024/20225):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
Lidl

Über Lidl

Lidl ist ein international tätiges Einzelhandelsunternehmen und Teil der Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland gehört. Die Schwarz-Gruppe wurde in den 1930er-Jahre als Großhandel für Südfrüchte gegründet. In den 1970er-Jahren eröffnete in Ludwigshafen die erste Lidl-Filiale. Seitdem hat sich Lidl zu einem global agieren den Lebensmitteldiscounter entwickelt. Das Unternehmen betreibt derzeit rund 12.600 Filialen in 31 Ländern und beschäftigt mehr als 370.000 Mitarbeitende. Das Sortiment umfasst rund 4.300 Artikel, überwiegend Eigenmarken, bei denen ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend berücksichtigt werden. Ergänzend zum Filialhandel betreibt Lidl seit 2008 einen Online-Shop. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Filialumsatz von 132,1 Milliarden Euro.

Kategorie: Unternehmen

Labeltyp:

Bewertung von Lidl

Positiv hervorzuheben sind die Mitgliedschaft bei der ACT-Initiative, die zunehmende Transparenz in den Lieferketten der Eigenmarken sowie Pilotprojekte zur Förderung existenzsichernder Einkommen/Löhne in ausgewählten Lieferketten. Auch im ökologischen Bereich setzt das Unternehmen gute Standards, insbesondere durch zertifizierte Eigenmarken und Initiativen für nachhaltige Beschaffung. Allerdings fehlt es bislang an transparentem Monitoring und klaren Zielvorgaben, um Fortschritte messbar zu machen. Zudem bleiben systematische Strategien zum Umgang mit Klimarisiken und zur Förderung eines sozial gerechten Wandels (Just Transition) noch aus – hier besteht weiterhin Entwicklungspotenzial.

Soziales

Unternehmen Soziales
  • Das Unternehmen hat eine klar dokumentierte Strategie zur Verhinderung moderner Sklaverei, bewertet Lieferkettenrisiken systematisch, positioniert sich deutlich zu gesetzlichen Anforderungen (z.B. LkSG) und nutzt KPIs zur Wirksamkeitsmessung. Die Ergebnisse werden intern genutzt oder punktuell veröffentlicht.
  • Das Unternehmen bekennt sich zu Vereinigungsfreiheit und dem Recht auf Kollektivverhandlungen. Der tariflich abgesicherte Beschäftigtenanteil wird veröffentlicht, Gewerkschaften punktuell in Audits eingebunden und Verstöße dokumentiert. Transparenz besteht teilweise.
  • Das Unternehmen bekennt sich öffentlich zur Zahlung existenzsichernder Löhne/Einkommen, beteiligt sich an Pilotprojekten und berücksichtigt Arbeitskosten in der Einkaufspolitik. Maßnahmen werden dokumentiert, Fortschritte jedoch nicht veröffentlicht.
  • Das Unternehmen fördert kurze Lieferketten und langfristige Lieferbeziehungen. Teilweise werden stabile Preise garantiert und Instrumente zur Preisermittlung genutzt. Die Maßnahmen sind nicht systematisch dokumentiert oder veröffentlicht.
  • Das Unternehmen nennt einzelne Maßnahmen zu Arbeitsrechten und sozialen Anforderungen sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung im Kontext klimafreundlicher Transformationen. Eine umfassende Strategie fehlt oder ist nicht dokumentiert.

Ökologie

Unternehmen Ökologie
  • Das Unternehmen fördert Gentechnikfreiheit in Teilen der Lieferkette (z.B. bei pflanzlichen Lebensmitteln), verbietet jedoch nicht systematisch den Einsatz von GVO. Es bestehen freiwillige Ansätze, aber keine verbindlichen Regelungen.
  • Das Unternehmen fördert aktiv die Diversifizierung und den Einsatz lokaler Arten und Produktionsweisen etwa durch Vorgaben, Programme oder gezielte Unterstützung in der Lieferkette. Die Umsetzung ist nachvollziehbar dokumentiert.
  • Es existieren allgemeine Anforderungen an wassersparende Praxis oder erste Projekte in einzelnen Lieferkettenabschnitten.
  • Das Unternehmen fördert natürliche Kohlenstoffsenken vereinzelt und meist indirekt über einzelne Umwelt- oder Biodiversitätsprojekte (z.B. Wald-, Moor- oder Bodenschutz), ohne dass diese Maßnahmen gezielt auf Kohlenstoffbindung ausgerichtet oder systematisch verankert sind.
  • Das Unternehmen fördert systematisch die Abfallreduktion, Wiederverwertung und das Recycling sowie den Einsatz von Abwasseraufbereitungssystemen in der Lieferkette. Es benennt konkrete Maßnahmen und dokumentiert diese öffentlich.
  • Das Unternehmen verknüpft Verbesserungen im Umweltmanagement systematisch mit konkreten Anreizen für Lieferanten und beschreibt diese Mechanismen nachvollziehbar.
  • Das Unternehmen schließt Chemikalien gemäß internationaler Gefahrenlisten (z. B. PAN, SIN) aus, hat sich zur Detox-Verpflichtung oder ähnlichen freiwilligen Regelungen bekannt und überprüft deren Einhaltung aktiv.

Glaub­würdigkeit

Unternehmen Glaubwürdigkeit
  • Das Unternehmern nennt Basisdaten zur Belegschaft, legt aber zentrale Struktur- und Geschäftskennzahlen nicht offen.
  • Das Unternehmen verfügt über ein dokumentiertes System zur Erfassung und Verwertung von Retouren und Restbeständen und legt transparent dar, welche Mengen auf diese Weise verwertet werden und welche Verfahren dabei zum Einsatz kommen.
  • Das Unternehmen verfolgt eine umfassende, umsetzungsorientierte Politik zu Menschenrechten und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette. Es beteiligt sich an relevanten MSI, äußert sich öffentlich, bietet einen hohen Anteil zertifizierter Produkte und setzt konkrete Initiativen um.
  • Es bestehen allgemeine Anforderungen an neue Produktionsstätten, z. B. durch Verweise auf Standards oder Zertifizierungen. Die Kriterien werden jedoch nicht im Voraus oder nicht detailliert offengelegt.
  • Das Unternehmen nutzt ein etabliertes Rückverfolgbarkeitssystem für zertifizierte Produkte, einschließlich Chain-of-Custody-Verfahren. QR-Codes oder ähnliche Mechanismen machen Herkunft und Zertifizierung für Verbraucher*innen nachvollziehbar.
  • Das Unternehmen äußert sich grundsätzlich zur sozialen Dimension des Klimawandels oder nennt erste Maßnahmen, etwa zur Qualifikation oder sozialen Verantwortung. Eine zusammenhängende, öffentlich zugängliche Strategie fehlt jedoch.
  • Das Unternehmen dokumentiert einzelne Maßnahmen oder Strukturen zur Absicherung gegen Produktionsausfälle durch Klimakatastropgen oder andere externe Krisen. Ein systematischer oder öffentlich dokumentierter Vorsorgeansatz ist nicht erkennbar.
Farbschema: